Jesiden in Schwaben bekommen Gebetsort

Von BR24

Der Augsburger Nordfriedhof bekommt für Jesiden eine wichtige Bedeutung: Dort gibt es nun einen Gebetsort für Menschen jesidischen Glaubens. Auch ein eigenes Gräberfeld steht bereit.

Laut dem „Ezidischen Kulturverein“ (kurdisch für jesidisch) ist das einzigartig in Deutschland: Auf dem Augsburger Nordfriedhof ist eine Gebetsstätte speziell für Jesiden eingeweiht worden. Der heilige Ort im Stadtteil Oberhausen heißt „Gob“. Der Kulturverein hat ihn auf eigene Kosten errichtet. Den Grund für den Gebetsort hat die Stadt Augsburg zur Verfügung gestellt.

Grabstätten mit Symbolkraft

Auch ein eigenes Gräberfeld gehört dazu, auf dem die Jesiden ihre letzte Heimat finden können. Laut Reiner Erben, dem Augsburger Referenten für Migration, ist der Gebetsort ein wichtiges Zeichen dafür, dass sich das ganze Leben der Jesiden in der Stadt abspielen kann. „Da gehört der Tod eben dazu“, so Erben. Er betont, dass der Nordfriedhof nicht katholisch oder evangelisch ist, sondern städtisch.

Christen: Weg von der Erdbestattung

Zudem gibt es laut Erben ohnehin immer mehr freie Flächen auf den städtischen Friedhöfen. Als Grund nennt er, dass sich immer mehr Menschen christlichen Glaubens für eine Urnenbestattung entscheiden würden. Dadurch entstünden Lücken. „Wir müssen schauen, dass wir die Lücken auf den Friedhöfen, aber auch die Einnahmelücken ausgleichen“, sagt Erben. Die freien Flächen werden daher den Jesiden zur Verfügung gestellt, aber auch anderen Religionsgemeinschaften. In und um Augsburg leben etwa 2.000 Menschen jesidischen Glaubens.

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