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Aufnahmeprogramm beginnt, Erste Jesiden kommen nach Brandenburg

Von RBB 24

Im Rahmen des Landesprogramms für Jesiden sollen in der kommenden Woche acht Menschen aus dem Irak in Brandenburg aufgenommen werden. Das sagte der Chef der Potsdamer Staatskanzlei, Staatssekretär Martin Gorholt (SPD), am Samstag.

Die Angehörigen der religiösen Minderheit hatten im Irak besonders unter den Verbrechen des sogenannten „Islamischen Staats“ (IS) gelitten: Zahlreiche Jesiden wurden von der Terrormiliz vertrieben, versklavt und ermordet. Im Dezember 2016 hatten die Vereinten Nationen die Morde an den Frauen und Männern im nordirakischen Shingal-Gebirge als Genozid bezeichnet.

Daraufhin hatte der Potsdamer Landtag beschlossen, eine kleine Zahl von Jesiden aufzunehmen. Insgesamt sollen 71 Jesiden, darunter viele Kinder und Jugendliche die aus der IS-Gefangenschaft fliehen konnten, Aufnahmebescheide vom Land Brandenburg erhalten.

Nach Angaben Gorholts befinden sich unter den Jesiden, die nun nach Brandenburg kommen sollen, junge Frauen, die zum Zeitpunkt des IS-Überfalls erst 14 Jahre alt waren und mehr als drei Jahre in Gefangenschaft zugebracht haben. Sie seien durch Vergewaltigungen und Misshandlungen schwer traumatisiert. Das Land Brandenburg halte eine Gemeinschaftsunterkunft und speziell geschultes Personal für sie vor.

Die Linken-Abgeordnete Andrea Johlige, die sich zusammen mit dem CDU-Landtagsvizepräsidenten Dieter Dombrowski und der Grünen Ursula Nonnemacher besonders für das Programm eingesetzt hatte, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), es sei gut, dass nun endlich die ersten Jesidinnen mit ihren Kindern kämen. „Dennoch ist es ein Armutszeugnis für die Staatskanzlei, dass dies erst mehr als zweieinhalb Jahre nach Beschluss des Landtages erfolgt.“

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