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ZÊD: „Der Wiederaufbau von Shingal wäre der wahre Sieg über den IS“

 

Ezidi24 _ Düsseldorf

 

Pressemitteilung zu der Irak-Reise der Verteidigungsministerin

Die Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer besuchte die Bundeswehr im Irak und warb für eine Mandatsverlängerung für diese; mit der Begründung, dies sei für die Sicherheit Deutschlands und Europas von enormer Bedeutung.

Bekanntermaßen war das erste Mandat anderweitig begründet worden, nämlich zum Schutz der Êzîden.

Dafür hat Deutschland erstmalig in seiner Geschichte Waffen in eine Krisenregion geliefert, mit der wohlwollenden Unterstützung der Opposition und der Vertreter der Êzîden in Deutschland.

Fünf Jahre nach dem Genozid ist nicht mehr die Rede vom Schutz der Êzîden, sondern es geht nur noch um den Schutz von Europa, so die Argumentation der Ministerin.

Dr. Irfan Ortac, Vorsitzender des Zentralrats, macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl und sagt dazu: „Vor fünf Jahren hat Deutschland Soldaten und Waffen in den Irak geschickt – mit der Begründung Êzîden vor dem IS zu schützen und ihnen eine baldige Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Fünf Jahre danach ist keine Rede mehr davon eine Rückkehr zu ermöglichen – stattdessen werden Êzîdinnen und Êzîden mit allgemeinen Floskeln ruhiggestellt und Alibi-Projekte in den Flüchtlingslagern in Kurdistan unterstützt. Unter dem Deckmantel Êzîden zu unterstützen, stärkt man Strukturen in Kurdistan und mit deutscher Unterstützung wird regelrecht eine „Flüchtlingsindustrie“ geschaffen, durch die die Korruption ins Unermessliche steigt.

Kein Wort der Ministerin zu den kurdischen Vertretern, warum diese nicht zulassen, dass die Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren dürfen, stattdessen werden die kurdischen Politiker gelobt. Die Ministerin irrt sich, der Sieg über den IS wird in der Tat vor Ort möglich sein – jedoch nicht damit, dass die Region sunnitisch homogener wird, sondern indem man den Wiederaufbau aktiv unterstützt und sich international dafür einsetzt, dass endlich eine internationale Konferenz einberufen wird, bei der man den Wiederaufbau thematisiert, politische Partizipation, Sicherheit im Allgemeinen und den Versöhnungsprozess der Religionen und Völker thematisiert. Dies sind die Themen, die den IS besiegen werden.“

Kramp-Karrenbauer betonten im Rahmen ihres Besuches, dass der IS jederzeit noch stark werden könne und noch nicht besiegt sei. Damit widersprach sie einigen deutschen Gerichten, wonach diese entschieden, dass die Region für die Flüchtlinge sicher sei.

 

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