NachrichtenReportage

Eine jesidische Überlebende in Deutschland : ich habe immer noch psychische Probleme und der Grund dafür ist …?

Ezidi24 _ Stuttgart

Eine IS-Überlebende sagt, dass sie ihre Situation als schwierig ansehe , weil sie
ihren Ehemann zurücklassen musste. Sie leidet psychisch sehr darunter. Seit 5 Jahren wartet die 28jährige Jesidin hoffnungsvoll auf die Familienzusammenführung . Es ist für sie eine schwierige Herausforderung alleine hier in Deutschland zu sein.

Gori A. ist eine IS-Überlebende aus dem Shingal-Distrikt nördlich von der irakischen Provinz Ninive
und gehört zu den Tausenden jesidischen Frauen, die mehrfach von den Kämpfern des islamischen Staates versklavt und vergewaltigt worden waren.
Im Jahr 2014 griff der sogenannte Islamische Staat die Shingal-Region an und begann die Jagd auf die religiöse Minderheit der Jesiden, im Norden des Irak.

Gori A. wurde von der Terroristengruppe des Islamischen Staates gefangen genommen. Nachdem sie mehr als 20 Familienmitglieder, darunter ihren Vater und fünf Brüder, verloren hatte,wurde sie im Mai 2015
im Rahmen eines humanitären Sonderprogramms der Landesregierung Baden-Württemberg nach Deutschland geholt und lebt momentan in Freiburg.

Durch das oben genannte Programm hatte sie eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland erhalten . Momentan bekommt die 28jährige Jesidin Behandlungen und psychiatrische Rehabilitationssitzungen.

Gori A., die nicht allen Gesetzen Deutschlands vertraut ist, sieht jedoch in dieser Angelegenheit große Schwierigkeiten. Sie appelliert an die betroffenen Parteien und Behörden einen rechtlichen Weg zu finden, um dieses Dilemma zu beenden.
Sie wünscht sich, nach all dem Verlust ihrer Familieitgliedern nichts mehr, als mit ihrem Ehemann vereint zu sein .

Michael Blume , der Leiter des Projekts Sonderkontingent für schutzbedürftige Frauen
in Baden-Württemberg, sagt „wir versuchen, die Familien der jesidischen überlebenden Frauen nach Deutschland zu bringen “

In einem Interview mit Ezidi24 sagt Blume , dass die jesidischen Frauen und Kinder sich an das Leben in Deutschland gewöhnt und wieder in die Gesellschaft integriert hatten. Viele von ihnen wollen sich in Baden-Württemberg eine Zukunft aufbauen.
„Leider gibt es einige Frauen, deren Männer am Leben sind, und wir werden die Möglichkeit prüfen, ihre Familien nach Deutschland zu bringen. Dies ist schwierig, da es einige Hindernisse gibt, die jedoch in Zukunft gelöst werden können.“

„Wir wollen mehr jesidische Überlebende nach Deutschland holen und werden auch versuchen, ihre Familien mitzubringen. Dies ist wichtig und ich hoffe, dass diese Frauen, die ihre Ehemänner verloren haben, in der jesidischen Gemeinde besondere Fürsorge finden.“
Blume wies darauf hin, dass das Land Baden-Württemberg dem Rest der Bundesländer und der Welt nachweisen konnte, dass jeder Staat dieses Programm durchführen kann. Aufgrund des Erfolgs des Programms gibt es Länder, die dasselbe Programm verabschiedet haben, wie Kanada und Frankreich.

Der Leiter des humanitären Programms sagt auch , dass es Gespräche über ein ähnliches Programm gebe, das sich über alle Teile Deutschlands beinhielte. Er meint auch, dass Deutschland 300 bis 600 weitere Menschen aufnehmen könne, und würde seine Hilfsbereitschaft anbieten.

Wir hoffen, dass die Regierung dem zustimmt, da die Bedingungen für die Überlebendennen und Überlebenden des IS, insbesondere für die Kinder, schlecht seien. Sie sind also nicht viele, so Blume

Seit Mai 2015 hat das deutsche Bundesland Baden-Württemberg 1080 Überlebende der Jesiden aus dem Irak nach Deutschland geholt.

Zusätzlich hat das mecklenburgische Bundesland auch seit August dieses Jahres eine Gruppe von jesidischen Überlebenden im Rahmen eines Psychotherapie- und Rehabilitationsprogramms für Überlebendennen und Überlebende des jüngsten jesidischen Völkermords aufgenommen.

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