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Menschenrechtler: Keine friedliche Weihnacht in Irak und Syrien

Kurz vor Weihnachten beklagen Menschenrechtler die schwierige Lage von Christen in Syrien und dem Irak. In manchen muslimisch geprägten Ländern könnten Christen nicht in Frieden Weihnachten feiern, betont die Gesellschaft für bedrohte Völker.

„In Syrien und dem Irak, die seit Jahren von Chaos und Bürgerkriegen erfasst sind, fühlen sich die wenigen verbliebenen Christen immer unsicherer – und auch andere nicht-muslimische Volksgruppen wie Eziden, Mandäer oder Bahai stehen unter Druck“, so Kamal Sido von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Eine fehlende Staatsordnung und „marodierende islamistische Milizen“ seien die Hauptgefahren für Christen in diesen Ländern.

Druck auf die Politik nötig

Viele Christen sprächen von einem neuen Völkermord, so die GfbV. „Sie erwarten von den großen christlichen Kirchen in Deutschland, Europa und Amerika mehr Beistand und Solidarität. Es braucht Druck auf die Politik, damit endlich konkrete Konzepte für eine friedliche Lösung auf den Tisch kommen“, forderte Sido. „Nur dann wird sich die Lage der Christen und anderer Volksgruppen in der Region verbessern und die Flucht und Auswanderung enden.“

Im Sommer 2019 lebten im Irak den Angaben zufolge weniger als 150.000 Christen – verglichen mit 1,5 Millionen im Jahr 2003. „Innerhalb von einer Generation schrumpfte die christliche Bevölkerung also um 90 Prozent“, so Sido. „Das gleiche Phänomen zeigt sich in Syrien: Mitte des Jahres 2017 gab es schätzungsweise unter 500.000 syrische Christen, verglichen mit mehr als 1,5 Millionen vor Beginn des Konflikts im Jahr 2011.“ Die Auswanderung der Christen habe ihren Höhepunkt zwischen 2017 und 2018 erreicht.

(KNA)

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