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Katholisches Hilfswerk sorgt sich un Minderheiten in Nahen OstenFolgen des Konflikts zwischen dem Iran und den USA

​Das katholische Hilfswerk missio zeigt sich besorgt über die Lage von Minderheiten in Nahen Osten. Durch den Konflikt zwischen dem Iran und den USA gerieten diese zunehmend zwischen die Fronten.

Die Auseinandersetzung drohe, sie „zu zerreiben“, sagte missio-Präsident Dirk Bingener am Freitag in Aachen. „Die religiösen Regime und konfessionellen Milizen sitzen wieder fest im Sattel.“ Aufkeimende zivilgesellschaftliche Bewegungen könnten dadurch scheitern.

Christen und Eziden und andere religiöse Minderheiten litten seit Jahren unter einer Konfessionalisierung der Politik, so missio. Führende Kräfte im Nahen Osten betrachteten die Menschen nicht als Bürger eines Landes, sondern zuerst als Anhänger einer bestimmten Religion. Auf diese Weise würden Feindbilder zementiert. Das verhindere das Wachsen einer Zivilgesellschaft über religiöse, konfessionelle und soziale Grenzen hinweg.

„Zeichen der Hoffnung“

„Die jüngsten konfessions- und religionsübergreifenden Demonstrationen im Libanon und im Irak waren deshalb auch für Christinnen und Christen Zeichen der Hoffnung“, betonte Bingener. Für die bedrängten Christen in der Region sei es bisher eine Gratwanderung gewesen, sich den Folgen des machtpolitischen Ringens zwischen sunnitischen und schiitischen Kräften zu entziehen. Gleichzeitig müssten sie sich gegen Vorwürfe wehren, sie seien Handlanger der Interessen Amerikas oder Russlands.

Bingener appellierte an Bundesregierung und Europäische Union, ihre aufgenommenen diplomatische Initiativen im amerikanisch-iranischen Konflikt zu verstärken und dabei auch die Zivilgesellschaft miteinzubeziehen. Auch wenn es derzeit Entspannungssignale gebe, könne sich die Lage vor Ort jederzeit wieder zuspitzen. Das katholische Hilfswerk unterstütze außerdem die Forderung des Patriarchen der chaldäisch-katholischen Kirche im Irak, Kardinal Louis Raphael I. Sako, an die internationale Gemeinschaft, Maßnahmen zur Deeskalation zu ergreifen. Ansonsten werde der Auswanderungsdruck für Christen im Nahen Osten immer stärker, so Bingener.

(KNA)

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