Reportage

Das Sinjar-Abkommen, ein Abkommen über die Überreste von Massengräbern

Ezidi24 – Deldar Al- Murad
Übersetzung: Haji Faruq

Am vergangenen Donnerstag, dem 08.10.2020, traf sich eine Delegation der Regionalregierung Kurdistans mit der irakischen Regierung in Bagdad und erzielte eine Vereinbarung, die der Zentralregierung die Befugnis gibt, den Bezirk Shingal in Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Regionalregierung zu verwalten.

Eines der Ziele dieses Abkommens ist die Einrichtung eines gemeinsamen Ausschusses zur Kontrolle der Sicherheitslage im Bezirk „Shingal“ und zur Wiederherstellung der Sicherheit und Stabilität in der Region sowie die Auswahl einer unabhängigen Person, die als Bürgermeister von Shingal eingestellt werden sollte. Außerdem sollte es mit der Regionalregierung Kurdistans zusammenarbeiten, um alle Vertriebenen in ihre Häuser zurückzubringen und die Stadt wieder aufzubauen. Wie „Ahmad Mulla Talal“ der Sprecher des irakischen Premierministers Mustafa Al-Kadhimi, in seinem Tweet sagte.

Dieses Abkommen wurde vom ezidischen Volk sowie von ezidischen Aktivisten unterschiedlich kritisiert. Die meisten Aktivisten erwähnten, dass es keine richtige, endgültige Lösung für das Problem von Shingal gibt und diese Zusammenarbeit und Koordination mit der Regionalregierung der beste Beweis für die Doppelverwaltung und die mangelnde Unabhängigkeit des Bezirks „Shingal“ ist“.

Ein ezidischer Aktivist, der es vorzog, nicht genannt zu werden „Gemäß dieses Abkommens wird die Situation in der Region wieder so sein wie vor 2014, das bedeutet, dass die kurdischen Streitkräfte, die das Vertrauen der Shingal-Bewohner verraten, während der IS-Besetzung der Region geflohen sind und die Stadt ohne Widerstand an IS-Terroristen übergaben, wieder in die Region zurückkehren werden.

Er fügte hinzu „Was Eziden erschreckt und ihnen große Angst macht, ist die Rückkehr der Täter der Verbrechen gegen Eziden und diejenigen, die mit IS-Terroristen arbeiteten, in der Region, ohne für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen zu werden“.

„Ahmad Khalaf“ ein ezidischer Flüchtling in Deutschland, sagte zu „Ezidi24“, „Durch dieses Abkommen wird die ezidische Frage vernachlässigt, anstatt den Völkermord an den Eziden im Nordirak anzuerkennen und ihnen ihre Rechte und Gerechtigkeit zu geben und diejenigen, die den Völkermord verursacht haben, vor Gericht zu stellen sowie nach den ezidischen Entführten zu suchen. Es ist zu erwähnen, dass es nach sechs Jahren eben keinen Ausschuss eingerichtet wurde, der in dieser Angelegenheit untersucht und nach dem Schicksal dieser Leute sucht.
Der ezidische Aktivist „Mirza Denai“, der Träger des Aurora-Preises für humanitäre Hilfe 2019, sagte „Das Shingal-Abkommen ist ein wichtiger sowie lebenswichtiger Schritt für die Wiederherstellung des Lebens nach dem Völkermord an den Eziden in dieser Region. Aber die Frage ist, wie wird es umgesetzt werden.

Denai fügte hinzu: „In diesem Zusammenhang müssen klare Mechanismen für die Übergangsjustiz eingeführt werden, einschließlich der Umwandlung von Shingal in ein Gouvernorat als Garantie für die Friedenskonsolidierung und den Austritt aus Konflikten sowie die Notwendigkeit, die internationale Gemeinschaft, die Frieden und Entwicklung unterstützt, in den Wiederaufbau einzubeziehen

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