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Öffnung eines Massengrab für ezidische Frauen

Ezidi24 – Hasso Hurmi
Übersetzung – Haji Faruq

Am Samstag, dem 24. Oktober 2020 wurde ein Massengrab für ezidische Frauen, die durch die IS-Terroristen getötet wurden, durch das irakische nationale Team für Öffnung von Massengräbern in Shingal geöffnet. Das Team entsteht aus speziellen Behörden von Regionalregierung Kurdistans und der irakischen Regierung in Zusammenarbeit und unter Aufsicht des Teams (UNTAID) und der internationalen Kommission für Vermisste (ICMP) und unter Beobachtung vom Kabinettberatungsbüro inmitten religiöser ezidischer Zeremonien und Anwesenheit von religiösen ezidischen Persönlichkeiten und Angehörigen von Opfern. Die Öffnung des Massengrabs ging inmitten einer populären, offiziellen und medialen Präsenz.

Nach den Aussagen von Überlebenden und den Aussagen der Familien der Opfer aus Kojo brachten IS-Terroristen am 16. August 2014 ältere ezidische Frauen in ein Gebiet hinter dem technischen Institut in Solakh im Osten des Bezirkszentrums Shingal westlich des Gouvernements Ninive. Sie trennten sie von den Kindern und Mädchen und erschossen sie, und die terroristische Organisation begrub die Frauen in einem Massengrab mit ihren persönlichen Gegenständen wie Stöcken, Gläsern usw.

Es wird erwartet, dass die Arbeit zur Exhumierung ihrer Überreste aus diesem Massengrab bis Mitte November dauern wird, um sie danach anhand von DNA-Proben mit den überlebenden Familienmitgliedern abzugleichen. Das hilft diesen Familien dabei, das Schicksal ihrer Leute zu wissen. Außerdem sind diese Informationen künftig für Gerichtsverfahren und Rechenschaftspflicht hilfreich.

Eine Liste der Namen von ermordeten ezidischen Frauen

Herr Idris Bashar Selo, der ezidische Überlebende des Kojo-Massakers, schickte mir dankenswerterweise eine Liste mit den Namen von 71 ezidischen Frauen, die im Dorf Kojo lebten, von insgesamt 78 Frauen, die die terroristische Organisation am 16. August 2014 auf diesem Friedhof getötet und begraben hatte, wie der Überlebende Idris erwähnte. „Bashar“ wies darauf hin, dass sieben von den durch den terroristischen islamischen Staat getöteten Frauen nicht aus dem Dorf Kojo stammen, weil wir ihre Namen nicht kennen und ihre Identität noch unbekannt ist.

Namen der ezidischen ermordeten Frauen:

1. Kojar Hussain Mato – geboren 1962
2. Nassima Ibrahim Khalaf, geboren 1964
3. Hazo Jadaan Haolo – geboren 1955
4. Wansa Ahmed Youssef – geboren 1952
5. Edlan Rasho Ibrahim – geboren 1957
6. Amsha Ahmed Aziz – geboren 1964
7. Core Amo Slow – geboren 1964
8. Khanse Ammi Saleh – geboren 1956
9. Shaha Saado Khalaf – geboren 1971
10. Wahida Ibrahim (schwanger mit einem Kind) – geboren 1982
11. Asmar Ismail Loco – geboren 1955
12. Hanifa Qassim Mato – geboren 1930
13. Zarifa Atheeb Murad – geboren 1944
14. Naam Kejo Aziz, geboren 1963
15. Wadha Khader Atheeb – geboren 1972
16. Ghazal Saado Khalaf – geboren 1966
17. Sherin Qassem Khudida – geboren 1949
18. Ghazal Ammi Saleh – geboren 1954
19. Munifa Jalo Murad – geboren 1949
20. Noure Melhem Hamad – geboren 1940
21. Sare Khalaf Hanashel – geboren 1956
22. Hejo Makri Saleh – geboren 1940
23. Zere Hassan Murad – geboren 1938
24. Hanifa Khalaf Sherro, geboren 1931
25. Shame Qassem Haunj, geboren 1965
26. Farha Khalaf Oso, geboren 1928
27. Khate Khudida Khalaf – geboren 1972
28. Nassaf Rafo Makri, geboren 1963
29. Lalle Barjas Oso – geboren 1940
30. Ghazal Saleh Aman, geboren 1936
31. Corrie Fares Mohammed – geboren 1957
32. Zale Ibrahim Khalaf – geboren 1951
33. Wadha Ahmed Aziz – geboren 1949
34. Mohebat Shawerdy Jajan, geboren 1964
35. Fatima Khalaf Hanshel – geboren 1953
36. Nahida Hussein Khalaf – geboren 1987
37. Zarif Qassem Haunj – geboren 1954
38. Hanifa Haulo Alo – geboren 1936
39. Mesry Humaidan – geboren 1949
40. Nassaf Atheeb Murad – geboren 1956
41. Fatuma Ali Barjas – geboren 1955
42. Wadha Elias Hassou – geboren 1969
43. Uday Abbas Qalssim – geboren 1952
44. Wadha Khalaf Ahmad, geboren 1957
45. Ghazal Khalaf Ahmad, geboren 1951
46. Masri Ibrahim Khalaf – geboren 1950
47. Shami Salih Aman, geboren 1953
48. Laila Faris Mohammed – geboren 1973
49. Masri Kattar Mohammed – geboren 1973
50. Nora Ismail Loko – geboren 1939
51. Elifa Ismail Loko – geboren 1919
52. Adeeba Barjas Oso – geboren 1956
53. Ghazal Abbas Qassim – geboren 1964
54. Naima Qassim Khalaf – geboren 1958
55. Wadha Jassim Qassim – geboren 1947
56. Ghazal Jiad Hassan – geboren 1964
57. Samira Saleh Qassim – geboren 1966
58. Hazzo Qassim Mato – geboren 1946
59. Zarifa Khalaf Chloe, geboren 1935
60. Waissi Bashar Jazaa – geboren 1944
61. Sahoo Issa Qassim – geboren 1958
62. Nissan Khalaf Ali – geboren 1960
63. Uday Ezzo Oso – geboren 1930
64. Khefshe Ibrahim Aman, geboren 1944
65. Halima Khalaf Ahmad, geboren 1966
66. Bassi Saado Barjas – geboren 1984
67. Fatima Haji Melhem – geboren 1946
68. Maian Osman Afdi – geboren 1932
69. Kelly Mejo Khalaf – geboren 1925
70. Elifa Hussein Qassim – geboren 1963
71. Maita Barjas Oso – geboren 1930

Die Überreste von Kindern im Massengrab

Laut dem Zivilaktivisten „Khairy Ali Ibrahim“, Direktor der ezidischen Organisation für Dokumentationsabteilung in Shingal, befinden sich in diesem Massengrab Überreste von 12 Kindern und er hat mir freundlicherweise ihre Namen geschickt, deren Geburt zwischen 1998 und 2002 lag.

1. Ghayad Salem Bashar
2. Riad Salem Bashar
3. Makri Samir Makri
4. Dalman Khader Jadaan
5. Basil Aziz Mahmoud
6. Malik Babir Kattar
7. Nuri Sharaf Ibrahim
8. Hilal Suleiman Qassim
9. Barjas Jalal Saado
10. Saleh Elias Saleh
11. Nuri Saeed Omar
12. Sahran Youssef Khashman

Ein ezidischer Augenzeuge zum Massaker

Das überlebende Kind (Saif Mato), das vom Islamischen Staat aus seinem Dorf (Kojo) im Distrikt Shingal entführt wurde, erzählt den Medien im Rahmen seiner Geschichte: „Wir, die Kinder, wurden von IS-Terroristen von unseren Müttern im Solakh-Institut südlich des Bergs „Shingal“ getrennt und sie haben Männer und junge Männer getötet,. Diese schmerzhaften Bilder bleiben für immer in meiner Erinnerung stecken, als der aus Saudi-Arabien kommende IS-kämpfer (Jabbar) einige Frauen hinter das Solakh-Institut brachte und er und andere IS-Kämpfer sie töteten.

„Mato“ fügte hinzu: „Wir hörten die Geräusche von Kugeln und sahen den Staub, der durch die aufständischen Frauen in den Gesichtern dieser Henker aufgewirbelt wurde. Die terroristische Organisation beging seinen ersten Massaker gegen Frauen und begrab sie in einem Massengrab.“

Bei meinem persönlichen Besuch auf dem Massengrab im Rahmen einer Delegation der Internationalen Vereinigung von Genozid-Wissenschaftlern haben wir am 13. Januar 2016 den Ort der IS-Verbrechen im Region „Senone“ und im Bezirk „Shingal“ besucht, um die Auswirkungen von IS-Verbrechen gegen die Eziden genau zu untersuchen, Beweise durch den Besuch von Massengräbern und Treffen mit Überlebenden von IS-Terroristen zu sammeln, alle Verstöße gegen die Rechte von Kindern und Frauen zu überwachen und Aufzeichnung das Leiden der Vertriebenen in den Lagern aufzuzeichnen. Dann forderte die Internationale Vereinigung von Genozid-Wissenschaftlern, die weltweit größte internationale Organisation von Genozid-Experten, die Vereinten Nationen und alle ihre Mitgliedstaaten auf, zu erklären, dass Verbrechen des Islamischen Staates im Irak und in Syrien einen Völkermord darstellen, der gegen die Internationale Konvention zur Verhütung und Bestrafung des Völkermordverbrechens verstößt.

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